Zellkultur historisch

Aus Chemie-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

1881 markiert den Beginn der Zellkultur. In diesem Jahr postulierte der deutsche Biologe August Weismann, dass Zellen nicht unbegrenzt oft teilungsfähig sind. Er sah dies als Grund für das Sterben eines Organismus. Einen Rückschlag erhielt diese Technologie durch den franz. Chemiker Alexis Carrel, der 1912 den Nobelpreis der Medizin für den falschen Beweis der Unsterblichkeit von Zellen in einer Kultur erhielt. Seine Theorie hielt sich Jahrzehnte bis sie in den 60ern wiederlegt wurde.
Eine Verbesserung der Zellkultur-Technologie erschien 1928 durch die Entdeckung von Penicillin durch Alexander Fle- ming. Die dadurch entstehende Entwicklung von Antibiotika verminderte das Risiko von Infektionen der Kulturen durch Bakterien.
Alma Howard und Stephen Pelc konnten 1951 den zeitlichen Ablauf des Zellzyklus beschreiben. Die damals geprägte Abbildung hat auch heute noch Gültigkeit.
1961 widerlegte Hayflick das Postulat, dass Zellen in Kultur unbegrenzt teilungsfähig sind und stellte fest, dass die Zellen nach 50 ± 10 Verdopplungen ein Limit erreicht haben und absterben. Es ist dabei wichtig zu betonen, dass dieses Limit nicht direkt von der Anzahl der Passagen abhängt, sondern eine Funktion des Teilungspotenzials der jeweiligen Zellen ist. Die Gründe für dieses sog. Hayflick-Limit liegen in zellulären Seneszenzprozessen, die von verschiedenen Faktoren hervorgerufen und beeinflusst werden. Unter diese Faktoren fallen z.B.: freie Radikale, defekte DNA-Reparaturmechanismen, genetische Faktoren sowie die Verkürzung der Chromosomenenden. Die Seneszenzprozesse dienen vor allem dem Schutz gegen der Entstehung von Tumoren durch die Anhäufung von DNA-Schäden.