Yersinia enterocolitica

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Auch hierbei handelt es sich wieder um Gram negative Stäbchen die sowohl durch Haus-, Wild- als auch Schlachtiere übertragen werden. Da sie psychrotroph sind vermehren sie sich auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das Optimum liegt zwischen 28 - 32°C und das Maximum liegt bei 37°C. Hier vermehren sich die Keime nur noch sehr langsam.
Krankheitsbild:
Es kommt zu einer mittelstarken Diarrhöe mit Bauchschmerzen (Enteritis). Bei Komplikationen kommen noch Fieber und blinddarmähnliche Schmerzen hinzu. Was auch schon mal zu Fehldiagnosen geführt hat.
Da es sich um invasive Keime handelt breitet sich das Ganze aus und es folgen mesenteriale Lymphadentitis (Entzündung der Lymphknoten im Aufhängeband des Darms), terminale Ileitis (Entzündung eher am Ende des Dünndarms) seltener eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) oder eine Sepsis (Blutvergiftung).
Als Folgeerkrankungen bleiben Arthritis und Erythema nodosum (eine entzündliche Hautkrankheit) zu nennen.

Die Y.enterolitica werden über die M-Zellen aufgenommen und gelangen so in das unterliegende Gewebe um von Makrophagen aufgenommen zu werden. Die Ansiedlung und Vermehrung erfolgt meist im Lymphgewebe, von wo aus sie schmerzhafte Entzündungsreaktionen hervorrufen.
Apendizitisauslösende Keime überleben die Makrophagen und führen bei der Vermehrung in der Peyer'schen Platte zu noch heftigeren Entzündungsreaktionen.
2 - 6 Wochen nach der Infektion kann es zu Arthritis (sog. Reiters Syndrom) kommen. Die Arthritis wird durch gesteigerte und ständige Anwesenheit von T-Zellen und Antikörpern die mit Wirtsantigenen reagieren können ausgelöst.