Wiederfindung

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Der Sinn der Wiederfindung ist es, herauszubekommen ob die Methode geeignet ist um eine bestimmte Substanz zu quantifizieren. Bei einer ungeeigneten Methode werden evtl. nur Teile des Analyten erfasst und quantifiziert. Es kann aber auch genau das Gegenteil auftreten und einige der Matrixkomponenten werden mitquantifiziert. Es soll überprüft werden ob durch die vorbereitenden Schritte, z.B. eine Carrez-Klärung, Analytmoleküle verloren gehen.

Für einen Wiederfindungsversuch wird ca. die Hälfte der Probenmenge für die Hauptbestimmung eingewogen und etwas die gleiche Menge eines adäquaten, quantifizierbaren ähnlichen Analyten. Man sollte schon vor der Bestimmung eine ungefähre Ahnung von dem Gehalt haben. Bei der Stickstoffbestimmung würde man sich also für Harnstoff entscheiden. Zuckerwiederfindungen laufen in der Regel auch meist mehr oder weniger gut. Bei der Fettbestimmung ist es schwierig da man selten 100% reines Fett bekommt, kann man den dazu eingewogenen Standard nicht genau quantifizieren.

Also wenn man nun die Probenvorbereitungschritte und die Bestimmung durchgeführt hat, erhält man einen Wert der dem Gehalt der Mischung entspricht.
Nun weiß man ja wieviel Probe eingewogen wurde und welchen Gehalt diese hatte.

Man berechnet also: Gesamtgehalt - Probengehalt = Gehalt der zugegeben wurde. Im einfachsten Fall (z.B. bei der Zuckerbestimmung) kann man nun die Wiederfindung sofort berechnen:

WF in % =

Etwas komplizierter ist es bei der Proteinbestimmung, denn da wird der N-Gehalt ermittelt. Hier muss erst rum und num gerechnet werden, da der Harnstoff ja 2 mol Stickstoff enthält. Also vorsicht beim Berechnen.

Eine Wiederfindung sollte im Normalfall zwischen 95 - 105 % liegen. Für manche Methoden wurden aber auch weitere Grenzen erlaubt. Zum einen wenn es keine bessere Methode gibt, zum anderen in der Spurenanalytik, also zum Beispiel bei der Pestizidbestimmung liegen akzeptable Wiederfindungen nach SANCO zwischen 70 - 110%.


Es gibt die Möglichkeit sowohl interne als auch externe Wiederfindungsversuche durchzuführen. Dies geschiet vor allem bei Validierung von Methoden. Das Verhältnis beider Bestimmungen kann evtl. den Fehler aufzeigen: Will heißen ist der Wert der externen WF größer als der der internen WF kommt es durch die Matrix zu Fehlern. Bei einem umgekehrten Verhältnis liegt der Fehler bei der Analysenmethode. Man muss sich also immer im klaren sein, welche Wiederfindung man macht und ob der analysierte Parameter auch wirklich sinnvoll ist!

Ermittlung der Richtigkeit durch Methodenvergleich[Bearbeiten]

Methodenvergleich.png

Wie man sieht, kann durch den Vergleich 2er Methoden ebenfalls evtl. Fehler aufdecken.

Wenn man anstatt der 2 Methoden nun die Ergebnisse der Wiederfindung gegen die eingesetzte Menge aufträgt, erhält man die gleiche Kurve. Mit dem gleichen Ergebnis.

A: zeigt eine 100 %ige Wiederfindung. Die Steigung der Geraden ist 1.
Die Fälle B - D sind in der Abbildung beschrieben.
Wie man sieht sind Ein-Punkt-kalibrierungen immer mit Vorsicht zu genießen. Sie können gravierende Fehler unbemerkt lassen.