Serratia marcescens

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Allgemein[Bearbeiten]

Auch diese Gattung gehört zu den Enterobakterien. Es handelt sich um gramnegative, fakultativ anaerobe, nicht sporenbildende, sich aktiv mit peritrich angeordneten Geißeln bewegende, stäbchenförmige Bakterien.
Aufgrund der Bildung von hydrolytischen Enzymen sind sie in der Lage Gelatine zu verflüssigen. Zu diesen Enzymen gehören die DNase oder Chitinase.
Ihr Vorkommen ist ubiquitär und in der Regel harmlos. es handelt sich um Saprobioten die organisches Material abbauen.
Da sie das Pyrrol-Pigment bilden sind die Kolonien leuchtend rot. Sie werden für das Blutwunder von Bolsena verantwortlich gemacht. Die ist eine Erscheinung von blutähnlichen Substanzen auf Heiligenfiguren oder Bildern.
Idealerweise sind diese roten Kolonien in Augennähe zu finden, sodass es den Anschein erweckt die Statue würde Blut weinen.

Krankheitspotential[Bearbeiten]

Normalerweise sind diese Keime nicht gefährlich doch bei der YOPI-Gruppe sieht das anders aus. Die Berliner Charitee hatte im Oktober 2012 große Probleme mit diesem Keim, da ein Frühchen an einer Infektion gestorben ist. Sie mussten aufgrund mehrerer infizierter Säuglinge die Säuglingsstation schließen. Die Kinder sind aber wieder auf dem Weg der Besserung.
Auch schon im Juli 2012 kam es wohl zu einer Ansteckung. Hier soll aber der Keim von der Mutter auf das Kind übertragen worden sein.
Bei YOPIs, also Young, Old, Pregnant und Immunocompromised, kurz immungeschwächten Menschen verursachen Serratia marcescens Harnwegsentzündungen, Sepsis, Pneumonie, Meningitis, Endokarditis und Osteomyelitis.
Das Bakterium wurde zunächst als komplett apathogen klassifiziert, doch kommt dem Keim in letzter Zeit die Bedeutung eines nosokomialen Krankheitserregers zu. Eine nosokomiale Krankheit wird im Volksmund auch einfach nur Krankenhauskeim genannt. Dies liegt daran, dass hier optimale Bedingungen vorherrschen. Alle Patienten sind entweder immungeschwächt oder sowieso schon krank oder haben aufgrund von operationen offene Wunden. Das ist für diese Keime also wie das Paradies. Unzureichende Hygiene wird als Verbreitungsweg benannt.

Die Umwelt[Bearbeiten]

Es konnte aber nicht nur beim Menschen pathogene Wirkung nachgewiesen werden. Steinkorallen können durch diese Keime die tödlich verlaufende White px Krankheit bekommen. Es konnte nachgewiesen werden, dass es sich nicht um Ansteckung durch andere Tiere handelt, sondern das die Keime mit Abwässern des Menschen verbreitet werden.