Range

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Die Range bezeichnet die mittlere Abweichung der Ergebnisse zueinander. In der Lebensmittelanalytik werden je nach Probenmaterial oder Problem meist 2 Proben analysiert.

Für eine sog. Doppelbestimmung wiegt man 2 mal separat eine adäquate Menge der Probe ein. Die Einwaage sollte immer so hoch sein, dass der Gehalt an zu bestimmender Substanz im Bereich der angewendeten Methode liegt.
Bei manchen Proben lohnt es sich eine konzentriertere Lösung herzustellen und diese dann entsprechend zu verdünnen. (z.B. Bei der Zuckerbestimmung, da klärt man 2 Proben mit Carrez-Lösung und kann sämtliche Zuckerarten bestimmen)

Hat man nun diese 2 Bestimmungen durchgeführt erhält man im Idealfall, das ist aber nicht immer der Fall, 2 Ergebnisse.

Bsp: Fettgehalt einer Wurst.
Man erhält durch die Rückwaage einen Fettgehalt von 0,28 g Fett/g Wurst und von 0,38 g Fett/g Wurst. Als prozentualer Gehalt entspricht dies 28 und 38 %. Die Differenz der beiden Gehälter beträgt 0,1 g Fett also 10%. Dies ist die Range.

Als Ergebnis wird normalerweise die Range/2 angegeben und je nach Größenordnung versucht man das Ergebnis meist als prozentualen Anteil anzugeben. Also in unserem Beispiel:

Der Fettgehalt der Wurst beträgt 33 5 g Fett/100 g Wurst.
Die Range/2 ist ein Maß für die Präzision des Ergebnisses. Also je kleiner sie ist desto präziser ist das Ergebnis. Das heißt aber noch lange nicht, dass das Ergebnis richtig ist. Wenn die Methode zwar immer im gleichen Verhältnis extrahiert, aber nie alles extrahiert, dann ist die Methode nicht geeignet. Dies wird über sog. Wiederfindungsversuche ermittelt.


Kritische Wiederholdifferenz[Bearbeiten]

Bei einer Doppelbestimmung stellt sich die Frage, welche Differenz zwischen den Einzelwerten akzeptabel ist und welche nicht.
Ist es ok wenn ich 3,5 +/- 0,5 g Fett/100g Wurst als Ergebnis erhalte? Immer hin stellt diese Range/2 knapp 14,3 % dar? Andererseits ist ein Ergebnis von 40,7 +/- 0,5 g / 100g eigentlich gar nicht so schlecht.
Um dieses Problem zu beheben, kann man die kritische Wiederholdifferenz zu Rate ziehen: Für ein Signifikanzniveau von 95 % und unter Annahme einer Normalverteilung der Daten gilt für die kritische Wiederholdifferenz r, dass diese ungefähr der 2,8 fachen Standardabweichung entspricht.
Bei 95 von 100 Proben wird also knapp eine Abweichung von der knapp 3fachen Standardabweichung akzeptiert. Die in § 64 erläuterten Methoden beinhalten häufig einen Hinweis auf die Wiederholdifferenz.