Nährböden

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Nährbödenarten[Bearbeiten]

Je nach Keim oder Fragestellung können unterschiedliche Medien, auch in Kombination, ausgewählt werden.
Hier kommen mal die allgemeinen Begrifflichkeiten:
Komplexe Kulturmedien: enthalten meistens verschiedene Extrakte, Hydrolysate oder andere Zusätze.
Peptone: enzymatisch gespaltene, wasserlösliche Proteine. Sie werden anhand ihres Kohlenhydrat- und Vitamingehaltes unterschieden. Ausgangsprodukte sind vor allem Caseine, Fleisch, Gelatine oder Sojamehl.
Peptonwasser: dient der nicht selektiven Voranreicherung von Bakterien, insbesondere von pathogenen Enterobakterien aus Lebensmitteln. Die nährstoffreiche Bouillon bewirkt eine Wiederbelebung von sublateral geschädigten Bakterien und intensives Wachstum.
Hydrolysate: Gemische aus hoch- und niedermolekularen Peptiden. Sie lassen sich gesteuert herstellen, d.h. Vitamine und Wuchsstoffe können gezielt entfernt werden.
Extrakte: Extrakte sind unter Erhitzung gewonnene wässrige Auszüge, die in Pulver eingedampft werden. Hefeextrakt wird durch die wässrige Extraktion aus Bierhefe gewonnen.

Die genannten Kulturmedien dienen der Vermehrung von Keimen. Die Medien enthalten viele Nährstoffe, die von den Mikroorganismen verstoffwechselt werden. Wenn sich die Keime genügend vermehrt haben, können sie auf Agarplatten angezüchtet werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Selektiv-Elektiv-nb.jpeg

Spezielle Nährbödenarten[Bearbeiten]

GSP[Bearbeiten]

Mit dem Glutamat-Stärke-Phenolrot-Agar nach Kielwein können Pseudomonaden und Aeromonaden nachgewiesen werden. Glutamat und Stärke sind die entsprechenden Nährstoffe und Phenolrot ist ein Indikator. Andere Keime können diese Nährstoffe nicht verwerten. Die Stärke wird nur durch Aeromonaden unter Säurebildung abgebaut, dadurch färbt sich der Indikator gelb. Die Pseudomonaden die keine Stärke abbauen bleiben rot. Zur Verbesserung der Selektivität wird meist noch Penicillin oder das Antimycotikum Pimaricin zugegeben.

Relativ viele Lebensmittelproben können durch Ausspateln auf die fertigen Platten gebracht werden. Es wird für 3 Tage bei 25°C bebrütet.

Pseudomonaden bilden relativ große (2-3 mm Durchmesser) blauviolette Kolonien deren Umgebung rotviolett ist.
Aeromonaden bilden ebenfalls relativ große Kolonien, Umgebung ist gelb gefärbt.
Enterobakterien können ebengfalls wachsen doch sie wachsen erst später und bilden nur kleine Kolonien.

CBL[Bearbeiten]

Bei Chinablau Laktose Agar (CBL) handelt es sich um einen Elektivnährboden zur Unterscheidung zwischen laktosepositiven und -negativen Keimen. Chinablau dient dabei als Indikator. Dieser Nährboden ist frei von Hemmstoffen und hat eine klare, blaugrüne Farbe.
Laktosepositive Bakterien färben den Indikator blau, die laktosenegativen Keime bleiben farblos. Es können coliforme Keime, Streptokokken und Staphylokokken nachgewiesen werden. Auch Milchsäurebakterien lassen sich unter anaeroben Bedingungen anzüchten.

  • E. coli wachsen als hellblaue Kolonien und dunklerem Zentrum, der Nährboden ist blau verfärbt. E. coli ist laktosepositiv
  • Staphylokokkus bildet blaue Kolonien, der Nährboden ist ebenfalls blau. Auch Staphylkokkus ist laktosepositiv
  • Salmonella Typhimurium wächst ebenfalls ziemlich gut. Salmonella bildet milchig-weiße Kolonien, der Nährboden ist nicht verfärbt. Der Keim ist also laktosenegativ.

Der Nährboden wird aerob für 1 Tag bei 36°C bebrütet. (PS: MSB anaerob!).

YGC[Bearbeiten]

Der Hefeextrakt-Glucose-Chloramphenicol-Agar ist ein häufig benutzter Selektivagar, der zur Keimzählung und zur Isolierung von Hefen und Schimmeln in Milchprodukten verwendet wird. Chloramphenicol unterdrückt hier die mikrobielle Begeleitflora. Es wird meist das Plattengußverfahren angewendet und bei 25°C für 4 Tage bebrütet.