Mikrokern-Test

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Der Mikrokern-Test kann sowohl in vitro als auch in vivo durchgeführt werden.

In vivo[Bearbeiten]

Bei einem Mikrokern-Test in vivo, also im lebenden Organismus wird die Tatsache ausgenutzt, dass der Zellkern bei der Erythrocytenbildung (rote Blutkörperchen) ausgeschleust werden. Die Einwirkung einer genotoxischen Substanz mit klastogenen (= Strangbruch auslösend) Eigenschaften oder einer Wirkung auf den Spindelapparat sorgt für DNA-Bruchstücke oder für die nichtkorrekte Aufteilung der Chromosomen. Diese DNA-Fragmente werden nicht in einem Zellkern verpackt sondern bilden einen eigenen Mikrokern. Bei der Erythrocytenreifung wird der Zellkern, wie oben erwähnt ausgeschleust, doch der neue Mikrokern verbleibt in der Zelle. Durch eine besondere Färbetechnik kann dieser Kern angefärbt werden und mikroskopisch sichtbar gemacht werden.

Bei einem in vivo Mikrokern-Test wird Mäusen die Substanz verabreicht. Nach 1 bis 3 Tagen wird ihnen Knochenmark entnommen und dieses auf Mikrokerne untersucht. Der Vorteil des Mikrokern-Testes ist die leichte Durchführbarkeit und automatisierbare Auswertung. Somit gilt dieses Verfahren als ein Standardverfahren zur Erfassung der Genotoxizität.