Kunststoffe

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Plastik = gefährlich? Eigentlich nicht. Die einzige Gefahr die von Kunststoffen ausgeht, ist doch das man erstickt wenn man sich ne Tüte über den Kopf zieht oder wenn man Kleinteile verschluckt und in den falschen Hals bekommt. Oder? Der Kunststoff als Polymer ist auch nicht gefährlich, aber die Monomere aus denen sie gefertigt werden oder die Weichmacher die zugegeben werden haben es teilweise in sich. sie wirken kanzerogen (PE, PVC oder PS) oder aber feminisierend (Polycarbamat) Los geht's mit Vinylchlorid:

Vinylchlorid[Bearbeiten]

Vinylchlorid und dessen metabolische Aktivierung

Polyvinylchlorid, besser bekannt als PVC, wird häufig als Bodenbelag eingesetzt, da er sehr robust und gut zu reinigen ist. Vinylchlorid ist Monochlorethen welches an sich nicht weiter schlimm ist. Doch wie schon öfter erlebt wird auch Vinylchlorid zu toxischen Metaboliten aktiviert.
Cytochrom P-450 wandelt Vinylchlorid in ein Epoxid und anschließend zum Alkohol um. Durch ADH wirds zum Aldehyd oxidiert. Dieses chlorierte Aldehyd ist dann in der Lage mit der DNA-Base Adenosin zu reagieren und das mutagene 1-N6-Ethanoadenosin zu bilden.

Weichmacher[Bearbeiten]

2 Vertreter der Phthalsäureester

Zu den typischen verwendeten Weichmachern gehören Phthalsäureester. Ca 60 Derivate gehören dieser Gruppe an. Sie erwiesen sich als extrem persistent in der Umwelt. So können sie sich auch in der Nahrungskette anreichern. Der Metabolismus ist jedoch relativ schnell, da einfach der Ester hydrolysiert wird. Weichmacher stehen groß in der Diskussion von Folien in die damit verpackten Lebensmittel überzugehen. Lebensmittelproduzenten müssen daher nicht sämtliche Informationen zu ihren Produkten auf Verlangen vorzeigen, sondern auch die des Verpackungsmaterials.
Ein Großteil dieser Phalate wird als äußerer Weichmacher bei PVC eingesetzt. Sie gehen keine Reaktionen ein sondern verteilen sich auf dem Material. Das dadurch mögliche Ausgasen führt dann zur Alterung von PVC-Böden. Dem oben gezeigten Dibutylphthalat wird eine östrogene Wirkung nachgesagt.
In Tierversuchen konnte gezeigt werden das die Spermienproduktion gesenkt und die Proliferation von Peroxisomen gesteigert wird. Der letzte Punkt steigert die Anzahl der Lebertumoren. Aufgrund der schon genannten östrogenen Wirkung nimmt man an, dass diese Weichmacher feminisierend wirken.
Der Grund warum Ethylhexylphthalsäure nicht in Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden kann ist folgender: Das Molekül ist im Gegensatz zu vielen anderen Estern hydrolysestabil. Es kann also nicht gespalten werden und akkumuliert so im Fettgewebe.