Früchte Allgemein

Aus Chemie-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zurück zur Übersicht

Grundlagen[Bearbeiten]

Befindet sich die Blüte im Zustand der Samenreife spricht man von einer Frucht. Grundsätzlich weisen nur Angiospermen eine Frucht auf. Gymnospermen bilden nur freie Samen.
Die Frucht hat die Aufgabe die Samen bis zu ihrer Reife zu umschließen und sie anschließend zu verteilen. Man kann prinzipiell zwischen Schließ-, Öffnungs- oder Streufrüchten unterscheiden. Die Samen sind häufig so stabil, dass der Magen bzw. die Magensäure von Mensch und Tier ihnen nicht schadet. Auch dies dient der Verbreitung der Pflanze. Da die Samen bei der Ausscheidung noch intakt sind und so woanders eine neue Pflanze hervorbringen kann.

Die Früchte werden im wesentlichen von den Karpellen (Fruchtblättern) gebildet. Aber auch andere Blütenteile wie beispielsweise die Blütenachse oder die Tragblätter können auch an der Fruchtbildung beteiligt sein.

Meistens ist der Embryo von Nährgewebe umgeben, das ihn mit Nährstoffen versorgt. Aus dem Nucleolus wird das Perisperm gebildet. Der triploide Endospermenkern bildet das sekundäre Endosperm. Auch in den Organen des Embryos v.a. in den Keimblättern bilden sich Nährstoffe.
Je nach Pflanzenart werden unterschiedliche Nährstoffe gespeichert:
Hülsenfüchte speichern eher Proteine
Getreidearten speichern Stärke
Und Nüsse, wie Wal- oder Erdnüsse, speichern Fette.

Angiosperm-sek-Endosperm-Schnippel.png

"float left"

Samen[Bearbeiten]

Der Embryo besteht aus mehreren Teilen:

  • Radikula (= Wurzelanlage)
  • Hypokotyl (= Sprossabschnitt)
  • Keimblätter (= erste 2 Blätter)
  • Plumula (= Achsenmeristem)
Piniensamen-Radial-Schnippel.png

"float left"

Keinmung[Bearbeiten]

Durch äußere Umwelteinflüsse fängt der Embryo an Gibberelline (= pflanzliche Wachstumshormone) zu synthetisieren. Dies löst weiterhin die Synthese von -Amylase aus. Dadurch kann Stärke zu Glucose abgebaut werden, die als Energiequelle des Embryos dient.

Fruchtwand[Bearbeiten]

Hier wirds jetzt etwas kompliziert. Grundsätzlich ist die Fruchtwand (das Perikarp) in 3 Schichten einteilbar. Exo-, Meso- und Endokarp von außen nach innen.
Je nach Frucht sehen diese 3 Schichten doch sehr unterschiedlich aus. Bei Zitrusfrüchten ist das Mesokarp die weiße Schale. Andererseits kann es aber auch zu Verholzungen (bei Nüssen) kommen. Bei Steinfrüchten ist der verholzte Kern das Endokarp. Das Fruchtfleisch an sich entspricht dem Mesokarp und die Haut außenherum ist das Exokarp. Man sieht also hier gibts Variationen ohne Ende.

Fruchttypen[Bearbeiten]

Öffnungsfrüchte[Bearbeiten]

Die Frucht öffnet sich aus eigenem Antrieb. Als Beispiele seien hier die Balg- oder Sammelbalgfrüchte (Apfel), Kapseln (Mohn), Hülsen (Bohne) und Schoten (Raps) genannt.

Sammelbalgfrucht-Schnippel.png

"float left" "float left" "float left"

Bei der Schote verwachsen 2 Fruchtblätter parakarb miteinander. Es wird eine "falsche Scheidewand" gebildet, d.h. die Placentaleisten wuchern beidseitig zur Mitte hin.Die Öffnung der Frucht erfolgt entlang den Verwachsungsnähten.
Die Hülse entsteht apokarp aus einem Fruchtblatt. Das Perikarp trocknet bei der Reife ein . Die Öffnung erfolgt entlang der Bauchnaht (= Verwachsungsnaht). Die Rückennaht entspricht dem Mittelnerv des Blattes.
Bei der Balgfrucht verwächst das Fruchtblatt mitsich selbst (also apokarp). Das Perikarp trocknet bei der Reife ein. Die Früchte des echten Sternanis sind Balgfrüchte.
Bei der Sammelbalgfrucht verwachsen mehrere Bälge einer Blüte mit der Blütenachse.

Schließfrüchte[Bearbeiten]

Die Samen der Schließfrüchte verbleiben im Inneren der Frucht. Sie werden durch Verrotten oder durch Fressen und Ausscheidung verbreitet. Beispiele sind die Beere (Weintraube, auch die Paprika ist entgegen dem Volksglauben eine Beere und keine Schote). Bei den Beeren ist das gesamte Perikarp fleischig verdickt.
Auch Steinfrüchte wie z.B. der Pfirsich oder die Olive gehört zu den Steinfrüchten. Hier ist wie bereits oben erwähnt das Exokarp häutig, das Mesokarp ist fleischig (manchmal auch fasrig) und das Endokarp ist verholzt. Sonderformen sind beispielsweise die Achänen des Fenchels oder die Karyopse des Weizens.

Beere-Schnippel.png

"float left"

Nuss-Schnippel.png
Achaene-Schnippel.png

"float left"

Sammelfrüchte[Bearbeiten]

Die Sammelfrüchte entstehen aus einer Blüte mit mehreren Fruchtknoten. Die Einzelfrüchtchen lösen sich bei der Reife nicht von einander sondern werden durch die Blütenachse zusammengehalten. Sie fallen also als als Einheit von der Pflanze ab und erscheinen wie Einzelfrüchte. Man unterscheidet die Sammelfrüchte weiter in Sammelsteinfrüchte (Brombeere oder Himbeere) und in Sammelnussfrüchte (Erdbeere und Hagebutte).

Fruchtstände[Bearbeiten]

Entstehen aus einem Blütenstand. Die Früchte der Einzelblüten werden über die Blütenstandachse zusammen gehalten, sodass sie sich im Verband als Einheit lösen. (Beispiel: Ananas = Beerenverband)