Exkretionsgewebe

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Das Exkretionsgewebe sind Zellverbände oder einzelne Zellen (Idioblasten), die spezialisiert sind Exkrete und Sekrete in ihren Vakuolen zu speichern oder durch das Plasmalemma abzusondern.

Sekrete sind Substanzen die dem Erzeuger nutzen, Exkrete sind meist Gift- oder Abfallstoffe die dem Erzeuger eher schaden.

Funktionen[Bearbeiten]

  • Schutzfunktion: Fraßschutz durch bitterschmeckende Alkaloide, Gerbstoffe oder Terpene. Aber auch Desinfektion bzw. Verschluß bei Verletzung der Pflanze durch Milch oder Harz.
  • Tieranlockung: Entweder können Bestäuber oder aber auch Beute angelockt werden. Manche Pflanzen sind aber auch richtig hinterhältig und locken mit ihren Düften Fraßfeinde ihrer eigenen Feinde an.
  • Entfernung von Stoffwechselprodukten (z.B. Calciumoxalat) oder Zellgiften die dem Erzeuger schaden würden.

Verschiedene Sekrete oder Exkrete[Bearbeiten]

  • Etherische Öle sind Stoffgemische aus 5 - 20 leicht flüchtigen Komponenten (z.B. Terpene, Alkohole, Aldehyde, Ketone, Phenole, Ester und Lactone)
  • Alkaloide sind heterocyclische organische Verbindungen mit mindestens 1 Stickstoff-Atom. Viele legale oder illegale Rauschsubstanzen gehören zu diesen Verbindungen (Coffein, Nikotin, aber auch Morphine)
  • Gerbstoffe sind Gemische aus unterschiedlichen Verbindungen (häufig Glycoside). Meist haben sie einen bitteren Geschmack und schützen vor Fraßfeinden.
  • Harze sind komplexe Gemische aus nichtflüchtigen Verbindungen wie Terpenen und Aromaten.
  • Milchsäfte sind weiße wässrige Emulsionen. Sie können eigentlich aus fast allem bestehen. Häufig sind es Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Wachse uvm.

Idioblasten[Bearbeiten]

Idioblasten sind meist Einzelzellen oder kleine Zellgruppen, die in ein Gewebe eingebettet sind. Ihre Aufgaben und ihre Gestalt weichen stark von dem sie umgebenden Gewebe ab. Sie sind meist reich an endoplasmatischem Retikulum und haben einen relativ großen Zellkern und einen stark ausgeprägten Golgi-Apparat. Die Vakuole ist meist schwach ausgebildet, es sei den sie dient der Speicherung. Die Abgabe der Sekrete oder Exkrete erfolgt meist in den Apoplast, also den Raum zwischen den Zellwänden.
Sie können entweder Substanzen speichern oder aber nach außen abgeben.

Wird nichts abgegeben dienen sie vor allem der Giftstoffspeicherung. Es gibt lysogene Exkretbehälter (z.B. in der Orangenschale), oder gegliederte sowie ungegliederte Milchröhren. Aber auch Calciumoxalat wird häufig, entweder in Form von Drusen oder von Raphiden, innerhalb von Idioblasten gespeichert.

Calciumoxalatdrusen-Schnippel.png

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Drüsen[Bearbeiten]

Externe Drüsen[Bearbeiten]

Externe Drüsen wären Drüsenhaare oder Drüsenschuppen, wie beispielsweise bei der Pfefferminze oder aber Nektarien oder Osmophoren.
Drüsenhaare dienen eher der Ausschleusung von Stoffen. Sie sezernieren vor allem ätherische Öle. Meist sind sie in eine Stielzelle und ein drüsiges Köpfchen. Das Exkret sammelt sich zwischen der Zellwand und der Cuticula. Drüsenschuppen entwickeln sie wie die Drüsenhaare aus den Epidermiszellen. Sie bestehen aus einer Stielzelle und mehreren schildförmig angeordnete Exkretionszellen. Diese weisen einen gemeinsamen Exkretionsraum auf. Auch dieser Exkretionsraum liegt zwischen der Zellwand und der Cuticula. Als mikroskopisches Bild lassen sich diese Zellen nur schwer erfassen, da bei einem Photo immer nur eine Bildebene erfasst wird. Sitzt man selber vor dem Mikroskop, muss man immer ein wenig hinein und hinauszoomen.

Druesenschuppe-und-haar-Schnippel.png

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Nektarien dienen der Ausscheidung von Nektar. Die Sekretion erfolgt zwischen Zellwand und Cuticula.
Osmophoren sind Drüsen in welchen der Blütenduft gebildet wird.

Interne Drüsen[Bearbeiten]

Interne Drüsen sind beispielsweise schizogene Ölbehälter wie der Anis sie besitzt.
Schizogene Ölbehälter sind kugel- oder röhrenförmige Ölgänge. Das Drüsenepithel (Verband von Drüsenzellen) kleidet die inneren, schizogen entstandenen Hohlräume aus und sezerniert in diese die Exkrete. Schizogen heißt eigentlich nichts anderes als das sich die Zellwände von einander ablösen und dadurch Interzellulare entstehen. Im Gegensatz dazu heißt es lysigen, wenn sich einige Zellen komplett auflösen oder rhizogen wenn diese Zwischenräume durch mechanisches Zerreißen entstehen.