Elektronegativität

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Die Elektronegativität ist ein Maß für relative Fähigkeit eines Atoms, Elektronen eines anderen Atoms anzuziehen. Das Konzept der Elektronegativität ist zwar sehr nützlich um partielle Ladungen eines Dipols zu bestimmen, aber es ist physikalisch nicht exakt, da die Zahlenwerte der EN willkürlich festgelegt wurden. Es gibt kein Gerät, das die Elektronegativität messen kann. Die Werte für die EN steigen innerhalb einer Periode bis zu den Halogenen an (zunehmende Kernladung), ebenso steigen sie innerhalb einer Gruppe von unten nach oben an (abnehmender Radius). Die höchste EN besitzt somit Fluor mit 4,0 (nach Pauling). Die Edelgase haben ein vollständiges Elektronenoktett und haben deshalb kaum ein Verlangen nach Elektronen anderer Atome, sie besitzen keine EN-Werte (keine Regel ohne Ausnahme: Xe = 2,6).

  • EN nach Pauling: Pauling ermittelte der EN-Werte aus den Bindungsenergien (aus thermodynamischen Daten), er erstellte eine relative und dimensionslose Skala. Startpunkt bildet bei Pauling Fluor mit 4,0.


EN = 0,5 (IE(v) + EA(v)) wobei v der Valenzzustand ist.

  • EN nach Allred & Rochow: Diese zwei führen die Elektronegativität auf die Kernladung und die Atomradien zurück

EN = (3590 x Zeff) / r2 + 0,744


Die Werte der Elektronegativität sind zwar bei allen dreien unterschiedlich, doch von den Größenänderungen stimmen sie ungefähr überein.


Element EN Pauling EN Mulliken EN Allred
Fluor 4,00 4,30 4,20
Sauerstoff 3,44 3,68 3,50
Iod 2,66 2,95 2,81
Magnesium 1,31 1,37 1,23
Gold 2,54  ? 1,41


Metalle geben leicht Elektronen ab und haben daher kleine Elektronegativitäten. Je kleiner EN, desto größer ihre Reaktivität gegenüber Nichtmetallen. Je größer die Differenz der EN innerhalb eines Moleküls umso polarer ist die Bindung zwischen ihnen. Vgl hirzu auch Ionenbindung