Asbest

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Asbest ist ein natürlich vorkommendes Silikat, das in mehreren Modifikationen vorkommt. Man kann Serpentin-Asbest, auch Weißasbest genannt, und Amphibol-Asbest auch Blauasbest genannt unterscheiden. Weißasbest besteht aus Hohlfasern und Blauasbest besteht aus stäbchenförmigen Fasern. Blauasbest ist wesentlich gefährlicher als Weißasbest.
Aufgrund der schlechten Abbaubarkeit verursacht Asbest Lungenfibrosen auch Asbestosen genannt. Des Weiteren verursacht Asbest Bronchialkrebs. Es konnte ein starker Synergismus zum Rauchen gezeigt werden.
Asbest fand Einsatz als temperaturfester Dämmstoff, als feuerfeste Zwischenlage für Abzweigdosen und hinter Öfen in Holzhäusern, als Bestandteil von Bremsbelägen und Dichtungen (auch als weiche Schnur für Ofentüren) sowie in Laboren als feuerfeste Unterlage.
Doch mit zunehmendem Asbestverbrauch stiegen auch die Gesundheitsgefahren. Bereits um 1900 wurde die Asbestose als Krankheit entdeckt. 1943 wurde Lungenkrebs als Folge von Asbestbelastungen als Berufskrankheit anerkannt und seit 1970 wird die Asbestfaser offiziell als krebserzeugend bewertet.
Der Umgang mit Asbest und dessen Verarbeitung kann zur Freisetzung der Fasern führen. Eingeatmet gelangen sie bis in die Alveolen. Dort versuchen Makrophagen die Fasern zu umschließen und abzutransportieren. Es kommt zur Asbestose, was auf deutsch eigentlich nur heißt, das Bindegewebe in die Lunge eingelagert wird. Hier stammt das Bindegewebe von den absterbenden Makrophagen.
Da diese Fasern recht spitz und klein sind, können sie ins umliegende Gewebe eindringen und so auch das Brustfell (Pleura) beschädigen. Daher ist Asbest auch als einer der wichtigsten Auslöser des Pleuramesothelioms, eines Tumors des Bauch- und Rippenfells, zu erachten.

Die Liste der Gegenstände die Asbest enthält ist schier unendlich. Wände, Fußböden, Steckdosen und was weiß der Teufel noch. Das entfernen von Asbest aus alten GEbäuden stellt sich edoch als ziemlich kompliziert dar. Da ja beim Herausklopfen von diesem Zeug auch Stäube, also Fasern freigesetzt werden, müssen bei der Sanierung die technischen Regeln für Gefahrstoffe beachtet werden. Die Menschen die an der Sanierung beteiligt sind brauchen einen kompletten Schutzanzug mit Atemmaske. Es muss auch dafür gesorgt werden, dass die Stäube das Gebäude nicht verlassen können. Das abgebaute Material ist natürlich als Sondermüll zu entsorgen, was natürlich auch finanziell zu Buche schlägt.
Eine weitere Quelle für asbesthaltige Stäube war der Einsturz des World Trage Centers. 10.000 dort wohnende und arbeitende Menschen atmeten die Stäube ein und leiden nun zunehmend an den Folgen.