Abschlussgewebe

Aus Chemie-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zurück zur Übersicht

Das Abschlussgewebe bildet innere und äußere Grenzschichten. Sie sind meist an der Regulation des Stofftransports beteiligt. Es findet meist ein Gasaustausch über Spaltöffnungen statt, ansonsten sind die Abschlussgewebsschichten absolut lückenlos.
Die äußeren Abschlussgewebe kann man weiter in primäre und sekundäre AG unterteilen.

Äußere Abschlussgewebe[Bearbeiten]

Primäres Abschlussgewebe[Bearbeiten]

Epidermis[Bearbeiten]

Bei der Epidermis handelt es sich um eine Zellschicht die nur aus einer einzigen Zelllage besteht. Diese ist meist mit einer Cuticula überzogen. Die Cuticula besteht aus Cutin (vgl Zellwand Akruste). Die Cuticula schützt die Zelle vor Wasserverlust.

Laubblatt-Aloevera-Schnippel.png

Die Hauptfunktion der Epidermis ist der Schutz der Pflanze. Sie schützt vor Tierfraß, vor Mikroorganismen, vor mechanischer Belastung, sowie vor Transpiration und UV-Schäden. Es findet ein Stoff- und Gasaustausch über eingelagerte Stomata (Spaltöffnungen) statt. Die Epidermis steuert aber auch das Wachstum, über Licht und Schwerkraft oder das Hormon Auxin.
Die Epidermiszellen der Blätter, des Stieles, der Früchte oder der Samen können aber auch zu ein- oder mehrzelligen Haaren auswachsen.


Epidermis-Schnippel.png

"float left" "float left"


Wie aus den Bildern ersichtlich gibt es viele unterschiedliche Formen. Zitronenmelisse, Basilikum, Kopfsalat etc. haben puzzleteilförmige Zellen. Die Zwiebel hat eher rechteckige Zellen. Die Vielfalt ist unglaublich.

Rhizodermis[Bearbeiten]

Die Rhizodermis ist die nichtcutisierte, äußere Zelllage der primären Wurzel. Nicht cutisiert, da hier Wasser aus dem Boden aufgenommen wird. Sie bestehen aus lücklos aneinander schließende, zumeist längstgestreckte und zartwandige Zellen. Viele dieser Zellen wachsen zu Wurzelhaaren aus. Die Wasser und Mineralstoffausnahme erfolgt meist über die Wurzelhaare, deren primäre Aufgabe die Oberflächenvergrößerung ist.

Exodermis[Bearbeiten]

Die Exodermis ist Abschlussgewebe, das sich nach Absterben der Rhizodermis bildet. Es geht aus der unter der Rhizodermis liegenden äußersten Rindenschicht hervor. Exodermiszellen sind i.d.R. suberinisiert. Es gibt zwischendrin aber auch einige nichtsuberinisierte Durchlasszellen. Hier ist die Wasser- und Mineralienaufnahme stark eingeschränkt.


Sekundäres Abschlussgewebe[Bearbeiten]

Periderm[Bearbeiten]

Auch Kork genannt. Das Periderm ersetzt bei Pflanzen die sekundäres Dickenwachstum zeigen die Epidermis. Es handelt sich hierbei um einen Gewebekomplex der aus 3, seltener 2 Gewebeschichten besteht:
a) Phellem (Korkgewebe)
b) Phellogen (Korkcambium)
c) Phelloderm
Diese Zellschicht dient wieder dem Schutz vor Wasserverlust und Infektion, sowie als Schutz vor starker Licht- und Wärmestrahlung.
Die braunen Punkte auf Äpfeln oder Birnen sind auch Periderm.

Industrielle Korkgewinnung: Verletzungen induzieren die Korkbildung (Wundkork). Die Stämme der Korkeiche werden geschält und das Periderm entfernt, Dadurch entsteht ein besonders teilungsaktives Phellogen.

Innere Abschlussgewebe[Bearbeiten]

Endodermis[Bearbeiten]

Die Endodermis ist eine innere Barrierre in Wurzeln und Blättern. Der sogenannte Casparische Streifen der sich in der Zellwand der Endodermiszellen befindet verhindert einen apoplastischen Transport, zwischen den Zellen. Wasser und Mineralstoffe können somit nur gerichtet (symplastisch) durch die Durchlasszellen transportiert werden.