HCl-Gruppe

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In der HCl-Gruppe werden die Elemente Silber, Blei und Quecksilber qualitativ nachgewiesen.

Silber[Bearbeiten]

Silber liegt vom Trennungsgang ausgehend als Ag+ vor

  • NW als AgCl

Ag+ + Cl- AgCl

AgCl + Cl- [AgCl2]-

Chlorid-Ionen bilden mit Silberkationen einen weißen, käsigen Niederschlag, der sehr lichtempfindlich ist und sich nach einiger Zeit blaugrau verfärbt. AgCl löst sich im Chlorid-Überschuss unter Bildung eines Dichloroargentat-Komplexes. Dieser kann jedoch einfach dadurch wieder gebrochen werden indem man die Lösung mit etwas Wasser verdünnt.

Praxis: Man gibt einige Tropfen der Analysenlösung auf eine Tüpfelplatte und säuert mit verdünnter Salzsäure an. Der Dabei entstandene Niederschlag kann weiter geprüft werden, indem man ihn entweder stehen lässt und beobachtet wie er sich im Licht verfärbt, oder schneller, in dem man ihn in Ammoniak auflöst und erneut durch Zugabe von HNO3 ausfallen lässt

AgCl + 2 NH3 [Ag(NH3)2]+ + Cl-

[Ag(NH3)2]+ + 2 HNO3 + Cl- AGCl + 2 NH4NO3

Grössere Mengen an Hg(I) und Pb(II) können stören

Blei[Bearbeiten]

Egal wo und wann weiße nadelförmige Kristalle ausfallen (also auch wenn in der löslichen Gruppe weiße Nadeln ausfallen), sag dass es Blei ist und lass es gut sein. Deine Chancen stehen bei 90% dass es richtig ist. Wenn du Blei nicht nachweisen kannst hast du immer noch eine 50% Chance dass es drin ist. Und wenn du mit nem Platindraht spektroskopierst und er sieht danach scheiße aus (d.h. spröde und verkohlt), dann wars auch Blei!

  • NW als PbCrO4

Pb2+ + CrO42- PbCrO4 (gelb)

Die schwach alkalische Lösung wird mit wenig verdünnter K2CrO4-Lösung versetzt und dann mit verdünnter Essigsäure schwach angesäuert. Es fällt ein gelber, schwerlöslicher Niederschlag aus, der sich in Essigsäure nicht löst. Beim Behandeln mit etwas NaOH bildet sich rotes basisches Bleichromat

  • NW als PbI<sub<2</sub>

Pb2+ + 2 I- PbI2 (gelb)

PbI2 + 2 I- [PbI4]2-

Die Lösung wird mit KI versetzt, worauf das gelbe PbI2 ausfällt. Löst man dieses in der Hitze und lässt es beim Erkalten wieder ausfallen kann man unter dem Mikroskop goldglänzende hexagonale Blättchen beobachten

Quecksilber[Bearbeiten]

Quecksilber kommt in 2 verschiedenen Oxidationsstufen vor: einmal +I und einmal +II. Quecksilber in der Oxidationsstufe +I kommt nur in Doppelmolekülen vor. In wässrigen Lösungen disproportioniert es sehr leicht:

Hg22+ Hg + Hg2+

Quecksilber in der Oxidationsstufe +II bildet vorwiegend leicht lösliche Salze

  • NW durch Amalgambildung

Nach dem Lösen der Probe mit konz Salpetersäure wird die nitrathaltige Lösung fast bis zur Trockne eingedampft, mit wenig Wasser aufgenommen und alle verbliebenen Rückstände abzentrifugiert, Darauf bringt man 2 Tropfen der Lösung auf ein sauberes Kupferblech (z.B. Centstück) und lässt es dort eintrocknen. Es entetht ein grauer/silbriger Belag. Es hat sich Amalgam gebildet. Erhitzt man dieses in der Brennerflamme verdampft das Quecksilber und der graue Belag verschwindet.

3 HgS + 8 HNO3 3 Hg(NO3)2 + 2 NO + 3 S + 4 H2O

Hg2+ + Cu Hg + Cu2+

  • NW durch Kalomel-Reaktion

Hg2Cl2 + 2 NH3 Hg + Hg(NH2)Cl + NH4Cl